Mit welcher Rechtsform gründe ich? Beispiel UG

Hier schreibt Lutz Bernard

Volljurist aus Berlin, Buchautor & Fachexperte

GASTAUTOR

Jeder Gründer steht nicht nur vor der Frage, ob er sein neues Business gründet, sondern auch wie, also in welcher Rechtsform.Deshalb lohnt es sich einmal Vor- und Nachteile sowie Kosten zu vergleichen. Heute schauen wir uns dazu das Beispiel UG, also der Unternehmergesellschaft an. Diese ist keine eigene Rechtsform und deshalb auch als "kleine GmbH" auch im GmbHG geregelt:"§ 5a Unternehmergesellschaft

(1) Eine Gesellschaft, die mit einem Stammkapital gegründet wird, das den Betrag des Mindeststammkapitals nach § 5 Abs. 1 unterschreitet, muss in der Firma abweichend von § 4 die Bezeichnung "Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)" oder "UG (haftungsbeschränkt)" führen ...https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__5a.htmlDie Definition der UG ist damit schlicht eine GmbH mit reduziertem Stammkapital ab 1 € aufwärts.

Vorteile:Bei der UG haftet nur das Vermögen der UG, der Gesellschafter und dessen privates Vermögen bleiben unberührt.Bereits ab 1 Euro Stammkapital kann die UG gegründet werden.Eine UG kann auch für alle Arten von Gewerben, Dienstleistungen und Tätigkeiten gegründet werden.Für die UG wird Körperschaftssteuer berechnet, damit liegen die Steuersätze oft geringer als bei natürlichen Personen mit Einkommenssteuer.Die Gründung per Gesellschaftervertrag kann per Mustersatzung oder auch individuell gestaltet werden.Eine UG-Gründung kann sowohl als 1-Personen-UG aber auch mit mehreren Personen erfolgen.Auch ein Gesellschafter kann in seiner UG zugleich Angestellter sein.Dabei sind dadurch anfallende Betriebsausgaben zugleich Personalkosten die den zu versteuernden Gewinn verringern.Die UG und auch die UG-Gesellschaftsanteile sind leicht durch Abtretung zu verkaufen.Die Position des Gesellschafters können dabei sowohl einzelne Personen als auch Personen- und Kapitalgesellschaften sein.Hier ist auch ein Phantasiename zulässig.

Nachteile:Nachteil ist, das aufgrund der geringen Stammkapitalhöhe die UG das Ansehen bei Geschäftspartnern und Banken gering ist.Kredite werden deshalb meist nie ohne selbstschuldnerische Bürgschaften gewährt, was die Haftungsbegrenzung auf das Stammkapital faktisch wieder aufhebt.Anders als bei einer GmbH ist zur Gründung keine Sacheinlage zulässig.Es gilt eine umfassende und kostenaufwendige Pflicht zur Buchführung und Bilanzierung.Änderungen des UG-Vertrags oder auch Abtretungen bedürfen einer notariellen Beurkundung.Für die UG gilt auch die Pflicht zur Gewerbesteuer.Für die Umwandlung einer UG in eine GmbH fallen dann weitere Notarkosten je nach gewählter Stammkapitalhöhe an.Nach § 15 a InsO haben UG-Geschäftsführer die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags beim Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen.

Letzter aber ebenso wichtiger Punkt sind die Kosten:Wenn man das Musterprotokoll verwendet, fallen für die Gründung einer UG mit einem Stammkapital von bis zu 5.000 Euro folgende Kosten an:

In einer Abwägung kann man zusammenfassen, das mit einer UG anders als bei Personengesellschaften eine Haftungsbegrenzung möglich ist und diese Rechtsform ohne große Gründungskosten sich auch eignet um einmal zu prüfen, ob die gewünschte Geschäftsidee auch zu nennenswerten Einnahmen führt und vom Markt angenommen wird.

Lutz Bernard, Ass. jur.Gastautor

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